Mit einem Zusagevolumen von rund 3,4 Mrd. Euro hat die Bank ihre Neugeschäftsziele in der privaten und der gewerblichen Immobilienfinanzierung insgesamt um rund 20 Prozent übertroffen.
Den Folgen der europäischen Staatsschuldenkrise konnte sich die MünchenerHyp jedoch nicht entziehen. Auf die von ihr gehaltenen griechischen Anleihen musste sie Abschreibungen in Höhe von 65,3 Mio. Euro vornehmen. Diese konnten durch die Nutzung von Reserven und einen positiven Risikovorsorgesaldo kompensiert werden. „Licht und Schatten lagen für uns im vergangenen Jahr dicht beieinander. Wir haben es aber vermocht, alle Belastungen durch die Staatsschuldenkrise aus eigener Kraft zu bewältigen“, sagte Dr. Louis Hagen, Vorstandssprecher der Münchener Hypothekenbank anlässlich des heutigen Bilanzpressegesprächs.
Wichtigster Vermittlungspartner waren erneut die Volksbanken und Raiffeisenbanken. Das Neugeschäft mit den genossenschaftlichen Partnerbanken entwickelte sich überdurchschnittlich gut. Die positive Entwicklung des Neugeschäfts sorgte zudem für ein deutliches Wachstum der Hypothekenbestände. Diese erhöhten sich um rund 1 Mrd. Euro auf 19,4 Mrd. Euro.
Die Refinanzierung erfolgte trotz der Unsicherheiten und Volatilitäten an den Kapitalmärkten zu guten und angemessenen Konditionen. „Insbesondere im Marktvergleich sind wir mit unseren Refinanzierungskonditionen sehr zufrieden. Dabei wirkte sich die Einbindung in die genossenschaftliche FinanzGruppe sehr positiv aus“, resümierte Dr. Louis Hagen.
Die schwierigen Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten führten dazu, dass der Zinsüberschuss im Jahr 2011 mit 117,9 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahresergebnis liegt. Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich auf 63,5 Mio. Euro, gegenüber 58,9 Mio. Euro im Vorjahr. Gründe für den Anstieg sind insbesondere die Bankenabgabe, die erstmals zu entrichten war, sowie hohe Aufwendungen für Projekte als Folge der zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Anforderungen für Banken.
Die Risikovorsorge der MünchenerHyp entwickelte sich gut, der Saldo ist positiv. Dazu trugen insbesondere Restrukturierungserfolge im USA-Geschäft der Bank bei. Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge beträgt 6,5 Mio. Euro. Nach Zuführungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken beträgt der Jahresüberschuss 4,9 Mio. Euro.
Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Mrd. Euro auf 37,3 Mrd. Euro. Die Geschäftsguthaben stiegen um 7,3 Mio. Euro auf 158,9 Mio. Euro. Die Kernkapitalquote belief sich zum Jahresende 2011 auf 8,9 Prozent (Vorjahr 6,4 Prozent) und die Gesamtkapitalquote auf 13,3 Prozent (Vorjahr 10,0 Prozent). Die Zuwächse resultieren aus der Umstellung der Berechnung der Eigenkapitalunterlegung auf den auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA). Für dieses Verfahren erhielt die MünchenerHyp im vergangenen Jahr die Zulassung der Bankenaufsicht. Damit können auf der Grundlage interner Einschätzungen die Risiken im Kreditgeschäft deutlich präziser erfasst werden als in dem bislang verwendeten Standardansatz.
Im laufenden Geschäftsjahr will die MünchenerHyp weiter organisch wachsen mit dem Schwerpunkt Wohnimmobilienfinanzierung. „Wir sehen hierfür vor allem im deutschen Immobilienmarkt das entsprechende Potenzial. Zudem verfügen wir über starke Vermittlungspartner, insbesondere die Volksbanken und Raiffeisenbanken“, so Dr. Louis Hagen. Die Bank strebt daher an, im Jahr 2012 den Zinsüberschuss aus dem operativen Geschäft zu steigern und insgesamt ein Ergebnis über dem Vorjahresniveau zu erzielen.
Der Preis wird von dem renommierten Immobiliendienstleister PlanetHome AG vergeben. „Die Auszeichnung unterstreicht unseren Anspruch, Finanzierungslösungen zu bieten, die sicher sind und sich den Lebensumständen unserer Kunden bestmöglich anpassen“, sagt Bernhard Heinlein, Mitglied des Vorstands der Münchener Hypothekenbank.
Besonders würdigte PlanetHome die hohe Flexibilität der Finanzierungslösungen der MünchenerHyp, da diese den Kunden mehr Spielraum und Sicherheit bei der Finanzierung des eigenen Heims geben würden. Dies gelte insbesondere für die Festzinsdarlehen Münchener Freiheit und Münchener Reverse. Das Darlehen Münchener Freiheit bietet ab dem dritten Jahr große Spielräume für Sondertilgungen bis zur vollständigen Rückzahlung. Mit dem Münchener Reverse lassen sich zusätzlich bereits geleistete Sondertilgungen wieder auszahlen – und zwar gebührenfrei – falls für unvorhergesehene Ausgaben zusätzliches Kapital benötigt wird.
Die Bank sieht sich damit hinsichtlich der vom Markt erwarteten Eigenmittelausstattung gut aufgestellt.
IRBA (Internal Ratings Based Approach) ist ein Verfahren, mit dem Kreditinstitute bei der Bestimmung der Eigenkapitalunterlegung für die von ihnen vergebenen Darlehen auf ihre eigenen Risikoeinschätzungen zurückgreifen. Im Rahmen der Zulassungsprüfung hat die Aufsicht der MünchenerHyp bestätigt, dass die strengen und umfassenden Anforderungen hinsichtlich der internen Methoden und Prozesse erfüllt wurden. Damit konnte die MünchenerHyp einen Qualitätssprung im Risikomanagement realisieren.
Die Anwendung des IRBA führt zu einer deutlich präziseren Steuerung des Eigenkapitalbedarfs als im bisher genutzten Standardansatz. Die Risiken im Kreditgeschäft werden nun ihrem tatsächlichen Risikogehalt entsprechend bewertet. Im Ergebnis erzielt die MünchenerHyp dadurch eine Eigenkapitalentlastung von 270 Mio. Euro. „Dies entspricht unserer Erwartung, dass für unser risikoarmes Geschäftsmodell deutlich niedrigere Eigenkapitalanforderungen angemessen sind“, sagte Dr. Louis Hagen, Vorstandssprecher der Münchener Hypothekenbank.
Auf Basis der vorläufigen Berechnungen der risikogewichteten Aktiva belief sich zum Jahresende 2011 die Kernkapitalquote auf 6,3 Prozent. Durch die Anwendung des IRBA verbessert sich diese auf 8,9 Prozent. Die Gesamtkapitalquote beträgt jetzt 13,3 Prozent. In naher Zukunft will die Bank weitere Kreditportfolien in den IRBA überführen, um eine zusätzliche Eigenkapitalentlastung zu erzielen.
Mit der erfolgreichen Einführung des IRBA strebt die MünchenerHyp ein Hypothekenneugeschäft auf Vorjahresniveau an. „Wir werden auch im Jahr 2012 als aktiver Kreditgeber sowohl in der Gewerbe- als auch in der Wohnbaufinanzierung agieren“, so Dr. Louis Hagen.